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Handschmerzen

Die Hände sind das wichtigste Greifwerkzeug des Menschen. Treten hier Schmerzen auf, besteht die Gefahr, dass der Alltag unter Umständen enorm beeinträchtigt wird. Häufig sind dann das Schreiben, Greifen sowie weitere Tätigkeiten mit der Hand nur noch eingeschränkt möglich. Die Ursachen für Handschmerzen können vielfältig sein und das nicht nur, weil die Hände im Alltag stark beansprucht werden, sondern auch weil die Hand in ihrer Anatomie sehr kompliziert ist.

Handanatomie

Die Hand besteht aus dem Handwurzelknochen sowie der Mittelhand und den Fingern. Überdies besitzt die Hand mehrere Gelenke, wie beispielsweise das Handgelenk, die die Hand mit dem Unterarm verbinden. Auch der Daumen, der Zeige-, Mittel-, Ring- und kleine Finger bestehen jeweils aus einzelnen Knochen, nämlich aus dem End-, Mittel- und Grundglied. Zudem befinden sich an der Hand viele Muskeln, Bänder, Sehnen, Blutgefäße sowie auch Nerven. Nur aufgrund dieses komplexen Aufbaus ist die große Beweglichkeit der Hände möglich.

Ursachen

Treten Schmerzen in der Hand auf, können diese auf die Hand selbst beschränkt sein oder auch weiter bis in die Schulter ausstrahlen. Häufig führen Verletzungen, wie zum Beispiel ein Sturz auf die Hand zu Schmerzen. Ebenso treten bei Fehl- oder Überbelastungen Schmerzen auf. Aber auch Erkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma können hier ursächlich sein.

Die Ursache für Handschmerzen können auch Muskel-, Gelenk- oder Knochenbeschwerden sein, genauso wie Nervenreizungen und Nervenschädigungen. Ebenso können auch Durchblutungsstörungen als Ursache infrage kommen. Dabei können die Handschmerzen ihren Ursprung auch in der Schulter oder im Arm haben, die dann in die Hand ausstrahlen.

Im Folgenden werden die wichtigsten Erkrankungen kurz vorgestellt, die für Handschmerzen verantwortlich sein können:

Karpaltunnel-Syndrom
Das Karpaltunnel-Syndrom zählt zu den Kompressionssyndromen. Hier ist vor allem der Mittelarmnerv (Nervus medianes) betroffen, der durch verschiedene Ursachen komprimiert ist und somit die Impulse nicht mehr richtig verarbeiten kann. Die Symptome zeigen sich in Form eines brennenden Schmerzes in der Hand sowie am angrenzenden Unterarm. Des Weiteren kann es zu einem Funktionsverlust kommen, der mit einem Abbau der Muskulatur einhergeht. Ebenso kann es zu Empfindungsstörungen, wie zum Beispiel Kribbeln, Taubheit oder Kälteempfindungen kommen. Vielfach kann die Funktionalität durch eine Operation (Freilegung des Nervs) dann wieder hergestellt werden.

Cheiralgia paraesthetica und Polyneuropathie
Die Cheiralgia paraesthetica ist ebenfalls wie das Karpaltunnel-Syndrom eine Nervenstörung. Hier führt der Nervus digitales dorsales, der sich auf dem Handrücken befindet zu Schmerzen im Daumen und Handrücken. Auch das Auftreten von Empfindungs- und Sensibilitätsstörungen kommt häufig vor. Ebenso kann auch eine Polyneuropathie zu dieser Erkrankung führen, da sie eine Erkrankung des peripheren Nervensystems ist und sensible, wie auch motorische Nerven betreffen kann. Besteht eine Nervenschädigung langfristig, kann der Heilungsprozess unter Umständen je nach Ursache schwierig und langwierig sein. Aus diesem Grund sollten sich Betroffene bereits bei leichten Beschwerden an einen Arzt wenden.

Morbus Dupuytren
Diese Erkrankung beschreibt eine Bindegewebswucherung, die häufig in der Handinnenfläche oder auch am Übergang zu den Fingern entsteht. Hierdurch kann es zu Schmerzen kommen und die Streckung wird gehemmt. Wird die Wucherung nicht operativ entfernt, kann es zu einer Verkrümmung der Glieder kommen.

Diagnose

Treten plötzlich sehr starke Schmerzen auf oder dauern diese länger an, sollte dies umgehend durch einen Arzt abgeklärt werden. Ebenso bedürfen schwer verletzte Hände und entzündlich geschwollene Hände einer sofortigen ärztlichen Behandlung.

Ein Arzt kann durch eine ausführliche Befragung bereits erste Schlüsse zur Diagnose ziehen. Wichtig sind hier die Angaben, wo genau der Schmerz auftritt, wie lange er schon besteht und ob die Hand eventuell falsch belastet wurde. Auch Vorerkrankungen, wie zum Beispiel Arthrose oder Rheuma können für die Diagnosestellung hilfreich sein.

Hiernach erfolgt eine genaue Untersuchung der Hand. Zudem kommen auch spezielle Bewegungstests zum Einsatz. Je nach angenommener Ursache sind dann weitere Untersuchungsverfahren, wie beispielsweise Röntgen notwendig. In einigen Fällen muss ein Gelenk auch mittels einer Arthroskopie gespiegelt werden.

Therapie

Wie die Handschmerzen behandelt werden, hängt immer von der Ursache ab. Häufig reicht es aus, die Hand ein wenig zu schonen oder mit entsprechenden Salben zu behandeln. Ebenso können auch Kälte- oder Wärmetherapien sowie Krankengymnastik hilfreich sein.

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